Tyska
Der prächtige Dom
Der Dom ist das Symbol für Skara. Der
erste bekannte Dom wurde um 1150
eingeweiht, neue Funde beweisen jedoch,
dass hier bereits im 11. Jahrhundert eine
Kirche stand. Krieg und Brände haben
den Dom im Laufe der Zeit heimge-
sucht, er ist jedoch trotz allem erhalten
geblieben und hat sich aus Schutt, Asche
und Erniedrigung immer wieder erhoben.
Im Rahmen seiner Restaurierung
1947-49 wurde eine gut erhaltene Krypta
aus dem 12. Jahrhundert freigelegt. Bei
der Renovierung 1999 wurden sogar noch
ältere Steinreste gefunden. Die Krypta
erhielt nach dem letzten Kirchenumbau
ein gemeißeltes Kreuzgewölbe und ist zu
einem schönen Andachtsraum geworden.
In den Jahren 1809-10 wurde der Dom
mit abgeflachten Türmen versehen, die
nach Meinung vieler einer Hose glichen.
Die Türme wurden fortan Skara-Hose
genannt – ein Ausdruck, der noch heute
verwendet wird, obwohl die Türme ihr
Äußeres geändert haben. Der Dom erhielt
sein heutiges gotisches Äußeres in den
Jahren 1886-1894 durch den Architekten
Helgo Zettervall. Vom einzigartigen
Interieur ragen das Soopsche Grabmahl
und Bo Beskows hübsche Glasmosaik-
fenster heraus.
Ältester Grabfund Skandinaviens
Der beeindruckende Adalvards-Kelch
gehörte Bischof Adalvard, der 1064 starb.
Im 18. Jahrhundert wurde der Kelch
wiederentdeckt. Bevor man seinen wahren
Wert aber erkannt hatte, wurde er vom
städtischen Henker als Abendmahlskelch
verwendet. Eine Kopie ist heute am
Büchertisch des Doms zu sehen.
Blütezeit des Klosters Varnhem
im frühen Mittelalter
Im Jahre 1150 ließen sich Zisterzien-
sermönche in Varnhem, am Westhang des
Billingen, nieder. Eine ideale Lage mit
fruchtbarem Ackerland und Zugang zu
Holz, Steinen und frischem Wasser von
den Berghängen. Die Mönche bauten
eine kleine Stadt um das Kloster auf. Die
Ausgrabungen zeugen von einem aus-
gereiften Wasserleitungs- und Abwasser-
system. Vermutlich gab es sogar Heizungs-
und Belüftungskanäle. Ende des 13.
Jahrhunderts war die Klosterkirche in
Varnhem das größte Kirchengebäude
Schwedens. Das Klosterleben war mehrere
Jahrhunderte lang in voller Blüte. In
Verbindung mit der Reformation im 16.
Jahrhundert wurde das Kloster aufge-
geben und auch die Kirche ihrem
Schicksal überlassen. Magnus Gabriel de
la Gardie ließ die Kirche im 17.
Jahrhundert restaurieren; ihm ist es zu
verdanken, dass die Kirche heute in
einem so guten Zustand ist. Das
Klostergebäude selbst dagegen war dem
Verfall preisgegeben. Erst in den 1920er
Jahren wurde begonnen, die alten
Ruinen auszugraben. Das Klosterleben
ist gut dokumentiert und im Museum an
der Kirche sind zahlreiche interessante
Funde der ersten Ausgrabungen zu
sehen.
Die hübsche Kirche von Varnhem ist
Grabstätte für das Eriksche Königs-
geschlecht (12./13. Jahrhundert), und hier
ruhen auch der Gründer Stockholms
Birger Jarl, der „Retter“ der Kirche
Magnus de la Gardie, sowie dessen
Gattin Maria Eufrosyne.
Faszinierendes Valle am Billingen
Die bemerkenswert hügelige Landschaft
in der Region Vallebygden ist ein Werk
des Inlandeises. Als das Eis vor ca. 10.000
Jahren schmolz, setzten die Naturkräfte
ein. Mächtige Ströme führten Eisberge,
Kies und Sand mit sich und hinterließen
Kies- und Moränenhügel, sanfte Höhen-
züge und mit Wasser gefüllte Senken.
Vallebygden wurde zu einer ungewöhn-
lichen Geschiebehügellandschaft geformt,
die in Schweden nahezu einmalig ist.
Sechs Naturreservate auf einen Streich
Die Region Valle mit ihrer einzigartigen
Naturumgebung liegt am Westhang des
Berges Billingen. Auf einer Fläche von
nur ca. 1.100 ha gibt es ganze sechs
Naturreservate, die sich durch eine erheb-
lich unterschiedliche Flora und Fauna
auszeichnen. Alte Kulturlandschaft mit
Weiden, Feldmarkierungen und Stein-
zäunen, Haine mit Edellaubwäldern,
Kalkmoore mit Orchideen, prächtige
Blumenwiesen und friedliche fischreiche
Seen ... Valle wartet mit großartiger Natur
in einer ausgesprochen abwechslungsrei-
chen und artenreichen Landschaft auf.
Es gibt markierte Wanderwege; Informa-
tionstafeln berichten über Geologie und
Geschichte der Region.
Klettern im Jättadalen
Wer die Natur so richtig herausfordern
möchte, sollte das Jättadalen besuchen –
eine tiefe Bachschlucht, umrahmt von
Diabaswänden. Vom Parkplatz an der
Kirche in Öglunda führt ein steiler Pfad
zum Jättadalen hinauf. Vom Gipfel bietet
sich eine wunderbare Aussicht auf die
Valle-Region mit dem Plateauberg Kinne-
kulle im Hintergrund. Wenn das nicht die
Mühe wert ist!
Höjentorp –
zwischen Eggby und Varnhem
Die Ruine von Schloss Gamla Höjentorp
aus dem 13. Jahrhundert liegt im größten
der sechs Naturreservate von Valle. Das
Schloss soll 1284 dem Bischof von Skara
geschenkt worden sein, wurde dann aber
in Verbindung mit der Reformation
Gustav Vasas von der Krone eingezogen.
Mitte des 17. Jahrhunderts gab Königin
Kristina der Gattin von Magnus Gabriel
de la Gardie, Maria Eufrosyne, das
Schloss als Hochzeitsgeschenk. Im Jahre
1722 brannte das Schloss nieder, gerade
zu dem Zeitpunkt, als Königin Ulrika
Eleonora zu Besuch war. Sie beobachtete
den Brand von einem nahegelegenen
Hügel aus, der seither den Namen
„Drottningkulle“
(Königinnenhügel)
trägt. Heute sind vom ursprünglichen
Schloss nur noch die Kellerruinen erhal-
ten. Der Ort zeugt jedoch von der
enormen Bedeutung der Region im
Mittelalter, als auch Skara seine Blütezeit
erlebte. Im verwilderten Schlossgarten
stehen hübsche Eschen und Linden, und
am Hang zum See Trädgårdsjön hinunter
duftet es nach Bärlauch und anderen sel-
tenen Pflanzen. Auf seiner Västgöta-
Reise machte Carl von Linné hier Station
und schrieb u.a.: „Die Lage von Schloss
Höjentorp war vortrefflich.“
Nehmen Sie die Brücke Kungsbron
über den idyllischen See Trädgårdssjön.
Dort, am Nordufer des Sees, liegt die
Schlossruine Höjentorp. Bequem von der
Ruine aus zu erreichen ist der traditions-
reiche Hof Höjentorps gård. Hier betrieb
der „Kartoffelkönig“ Jonas Alströmer im
18. Jahrhundert eine Landwirtschafts-
schule.
Information aus:
http://www.vastsverige.com/sites/Vastsverige/Vastergotland/Skara/Skara-turistbyr.pdf
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